{"id":1953,"date":"2016-01-01T18:36:44","date_gmt":"2016-01-01T18:36:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schachclub-lambsheim.de\/wordpress\/?p=1953"},"modified":"2016-01-09T16:29:45","modified_gmt":"2016-01-09T16:29:45","slug":"bericht-zum-25-erfurter-schachfestival","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schachclub-lambsheim.de\/wordpress\/?p=1953","title":{"rendered":"Bericht zum 25. Erfurter Schachfestival"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Book Antiqua,serif;\"><b>25. Erfurter Schachfestival (Bericht von Daniel Hendrich)<br \/>\n<\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Book Antiqua,serif;\">Zum zweiten Mal spielte ich \u201ezwischen den Jahren\u201c beim Erfurter Schachfestival mit. Im Vorjahr lief es mit 2,5\/7 (5 Remis, 2 Niederlagen und dazu noch ein kampfloser Sieg) gegen durchweg +2000-Gegner f\u00fcr meine Verh\u00e4ltnisse hervorragend.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Book Antiqua,serif;\">Vorab einige Worte zum Turnier: In vier Gruppen (Meister-, Haupt-, Amateur- und Seniorenturnier) nahmen insgesamt 429 Spieler teil \u2013 das Erfurter Schachfestival geh\u00f6rt damit zu den gr\u00f6\u00dften Open-Turnieren in Deutschland. Gespielt wird im 4-Sterne-Hotel Radisson Blu, das neben modernen Zimmern und einem hervorragenden Fr\u00fchst\u00fccksb\u00fcffet auch gute Spielbedingungen bot. Das Meisterturnier findet \u00fcbrigens in den Konferenzr\u00e4umen im 17. Stock statt, von wo man eine tolle Aussicht auf Erfurt und die Umgebung genie\u00dfen kann. Das Turnier steht unter der Leitung von Turnierdirektor Daniel Wanzek und einem gro\u00dfen Schiedsrichterteam, in diesem Jahr \u00fcbrigens angef\u00fchrt von IA Gregor Johann. Das Orga-Team gibt sich gro\u00dfe M\u00fche, den Teilnehmern mehr zu bieten als bei anderen Turnieren; so werden vor jeder Runde kleine Preise verlost, es gibt ein W\u00fcrfelblitz- und mehrere Kartenturniere.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Book Antiqua,serif;\">Im Meisterturnier war ich unter 165 Spielern die Nr. 152 der Setzliste. Mein Ziel war eine Wiederholung des Vorjahresergebnisses und vielleicht sogar eine Gewinnpartie. In der ersten Runde gegen Huy Dat Nguyen (ELO 2143\/DWZ 2050) kam ich mit Wei\u00df recht gut aus der Er\u00f6ffnung, hatte aber keinen wirklichen Plan zur Entwicklung meiner Figuren. Mein Gegner hatte einen, drang durch das Zentrum in meine Stellung ein und konnte recht schnell gewinnen. Runde zwei mit Schwarz gegen Gerd Bader (2078\/2002). Wei\u00df w\u00e4hlte mit Sf3, d3, Sbd2 usw. einen ungew\u00f6hnlichen Aufbau, und ich konnte am Damenfl\u00fcgel angreifen. Nach einigen ungenauen Z\u00fcgen \u00fcbersah mein Gegner zwar den direkten taktischen Gewinn, aber ich musste einen Bauern geben. Beim \u00dcbergang ins Endspiel \u00fcbersah mein Kontrahent jedoch eine Zugfolge, mittels der ich in ein Endspiel mit ungleichfarbigen L\u00e4ufern abwickeln konnte. Dieses hielt ich nach 74 Z\u00fcgen und fast f\u00fcnf Stunden tats\u00e4chlich remis. \u00dcber die dritte Partie gegen Viktor Pererva (2069\/1989) gibt es nicht viel zu sagen, da ich dort schon in der Er\u00f6ffnung ersatzlos eine Figur einstellte \u2013 das ist mir schon viele Jahre nicht mehr passiert. Am n\u00e4chsten Morgen ging es dann mit Schwarz gegen Karl-Simon Altstadt (2028\/1990). Im Sizilianer griff Wei\u00df direkt an, und ich geriet schnell in Schwierigkeiten. Zwar konnte ich diverse taktische Schl\u00e4ge (u. a. zwei Turmopfer) noch parieren, doch das wei\u00dfe Spiel war zu druckvoll. Zur Halbzeit also 0,5\/4, da musste noch etwas mehr kommen! In der f\u00fcnften Runde spielte ich mit Wei\u00df gegen Ulrich Gehrmann (2009\/1956). Ich f\u00fchlte mich in der Stellung beinahe die ganze Zeit unwohl, doch die nachtr\u00e4gliche Analyse zeigte, dass ich wohl immer minimal besser stand. Schlie\u00dflich \u00fcbersah mein Gegner, dass ich auf f7 einschlagen und einen Bauern gewinnen konnte. Da die Stellung anschlie\u00dfend verflachte, ging ich auf Nummer sicher und bot Remis an. Die \u2013 zum Gl\u00fcck \u2013 letzte Niederlage des Turniers kassierte ich in Runde sechs gegen Gengchun Wong (2030\/1968). Wiederum gab es eine scharfe Angriffspartie, in der ich auf die Rochade verzichtete und mich lange Zeit gut verteidigte. Leider vers\u00e4umte ich den richtigen Zeitpunkt, am K\u00f6nigsfl\u00fcgel Bauern zu tauschen, und mein Gegner konnte sich zwei Freibauern bilden, die letztlich zum Sieg ausreichten. Mit 1\/6 war ich akuter \u201eFreilos-Gefahr\u201c, doch das Teilnehmerfeld blieb zum Gl\u00fcck stets geradzahlig. Allerdings hatte ich keine Ambitionen mehr, eine Partie zu gewinnen und wollte das Turnier schnell zum Abschluss bringen. In Runde sieben gegen Sven Helms (2045\/1939) kam die franz\u00f6sische Abtauschvariante aufs Brett und ich konnte ohne Probleme nach 18 Z\u00fcgen ein Remis erreichen. Die letzte Partie gegen Stephan M\u00fcnzberg (2036\/1890) war evtl. sogar meine beste \u2013 ich konnte im geschlossenen Sizilianer schnell Vorteil erlangen und machte am Damenfl\u00fcgel Druck. Doch letztlich fehlte mir die Motivation, nochmal tief in die Stellung einzusteigen, und mein Gegner freute sich \u00fcber das Remisangebot.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Book Antiqua,serif;\">Am Ende also vier Remis und vier Niederlagen, die ein paar DWZ-Punkte bringen und ein paar mehr ELO-Punkte kosten werden. Mit meinem Schach bin ich nicht ganz unzufrieden, vielleicht waren die Erwartungen nach dem letztj\u00e4hrigen Ergebnis aber auch einfach zu hoch. Das Turnier selbst war jedenfalls sehr sch\u00f6n, und ich bin im n\u00e4chsten Jahr gerne wieder dabei.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>25. Erfurter Schachfestival (Bericht von Daniel Hendrich) Zum zweiten Mal spielte ich \u201ezwischen den Jahren\u201c beim Erfurter Schachfestival mit. Im Vorjahr lief es mit 2,5\/7 (5 Remis, 2 Niederlagen und dazu noch ein kampfloser Sieg) gegen durchweg +2000-Gegner f\u00fcr meine Verh\u00e4ltnisse hervorragend. 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